Wobblerwaller im Hochsommer

20.09.2016 - von Jan Lehmann -

Die letzten Wochen des Spätsommers 2016 waren von zum Teil extremer Hitze und in meiner Region sehr niedrigen Flusspegeln gezeichnet. Bereits die vergangenen Jahre zeigten, dass zu dieser Zeit eine vernünftige Ansitzfischerei nur schwer möglich ist, da die Fische die erwähnten Bedingungen zumeist mit sehr inaktivem Verhalten quittierten.  Erst drastische Veränderungen der Großwetterlage, Wassertemperaturen und Wasserstände erhöhten die Chancen einer erfolgreichen Ansitzfischerei im Sommerloch wieder.

Aber auch in dieser Zeit sind gute Erfolge möglich wenn man einige Voraussetzungen erfüllt. Zum einen müssen die inaktiven Fische gefunden werden und zum anderen sollte es uns durch entsprechende Wahl der Taktik gelingen sie zum Anbiss zu verleiten.

So ereilte auch mich nach einigen erfolglosen Ansitzen, die ausschließlich von Beißflauten oder Fehlbissen gezeichnet waren, in den vergangenen Wochen die bittere Realität. Kurzerhand entschloss ich mich gemeinsam mit einem Freund aktiv auf die übrigen Räuber des Flusses zu fischen. Dabei machten wir jedoch ein paar eindrucksvolle Erfahrungen und die Waller rückten dann doch wieder in den Fokus.

An meinem Hausfluss verhält es sich nämlich so, dass die Fische entlang einiger Außenkurven nahe der Steinpackungen im Hauptstrom abliegen und, so scheint es zumindest, auf Bedingungen, welche eine erneute Aktivitätsphase einleiten, warten.

Besonders effizient, ließen sich die Waller während unserer Spinntour in diesem doch recht stark strömenden Gewässer mit tief laufenden Wobblern anfischen, welche nach Möglichkeit in Permanenz am Gewässergrund kratzen. Hierdurch gelingt es, die Köder so nah wie möglich bei den Fischen zu führen und man hat eine hohe Chance diese darauf aufmerksam zu machen.

Optimal lässt sich diese Technik vom verankerten Boot ausführen. In Abständen von 30 – 50m verankerten wir das Boot hierzu mit einem kleinen Anker vor dem Fuß der Steinpackung und warfen unsere Köder stromab. Durch die große Tauchschaufel der Wobbler gehen diese sofort auf Tauchgang und werden gegen die Strömung beständig aber nicht zu schnell über Grund gezogen.

Auf diese Art fischten wir die Bereiche eine Weile ab. Lagen Waller entlang dieser Strecke ab, so ließen die Bisse meist nicht lange auf sich warten.

Gelegentliche Hänger ließen sich meist problemlos lösen, indem wir die Spannung zum Köder lösten und die Strömung diesen meist von selbst aus dem Hindernis herausdrückte, da sich im Regelfall nur die Tauchschaufel verklemmt hatte.

Um Fischverlusten vorzubeugen kann ich euch nur zwingend empfehlen die zum Teil eher zierlichen Drillinge der Wobbler gegen stabile Modell der Größe S auszutauschen.

An Spitzentagen konnten wir in den vergangenen Wochen so innerhalb einiger Stunden bis zu 7 Waller fangen. Eine Schlagzahl die bei diesen hochsommerlichen Bedingungen beim Ansitzangeln vermutlich nicht möglich gewesen wäre.

Die Durchschnittsgröße ist hierbei zwar geringer aber nichts desto trotz besteht auch die Möglichkeit auf kapitalere Exemplare.

 

Zukünftig werde ich für meinen Teil besonders im Sommerloch vermehrt die aktive Fischerei betreiben und natürlich zu gegebener Zeit auch darüber berichten.

Euer Jan