Verpflegung am Wasser

20.03.2015 - von Marco Schulschefski -

Bevor man zu einer Wochenendsession startet, ist der obligatorische Weg zum Supermarkt mittlerweile Routine, schnell hat man alles für zwei Nächte zusammengekauft und man braucht sich auch keine Gedanken über Haltbarkeit etc. machen, ausgenommen bei rohem Fleisch natürlich.

Steht ein längerer Trip ins Ausland bevor, wo man zum Bespiel eine Woche überhaupt nicht an eine Bezugsquelle kommt, muss man sich schon ein wenig Gedanken machen, was man alles mitnehmen sollte. Im Lauf der Jahre haben sich schon einige Utensilien als wichtige kleine Helfer herausgestellt um das kulinarische Leben am Wasser Angenehmer zu machen.

All meine Kochutensilien  bewahre ich in einer kleinen wasserdichten Tasche auf, wobei ich mich rein auf das beschränke was ich auch wirklich benötige, also nichts doppelt und dreifach. Eine kleine Pfanne ist schon fast eine Allzweckwaffe, da brauch ich keine Töpfe etc., da man darin alles bequem zubereiten kann oder zur Not mal das Wasser kochen.  Den Griff meiner Pfanne hab ich hinten eingekürzt damit diese in die Tasche passt.  Kaffe bereite ich mittlerweile ausschließlich in einem kleinen Espressokocher aus Alu oder Edelstahl zu. Wer einmal daraus einen Kaffee getrunken hat, der schüttet sich kein lösliches Pulver mehr in sein heißes Wasser. Dieses Teil möchte ich definitiv nicht mehr am Wasser missen. In Sachen Kocher haben wir mittlerweile auch schon fast alles ausprobiert, und können sagen, dass man um einen hochwertigen Kocher aus dem Bergsportbereich mit genügend Leistung nicht herum kommt. Das Angebot ist da sehr groß und es sollte sich jeder seinen eigenen Favoriten heraussuchen. Wir nutzen einen Kocheraufsatz mit Stechkartuschenadapter . Vorteil ist das geringe Packmass und man braucht keine teuren Spezialkartuschen kaufen da jede handelsübliche Stechkartusche dran passt.   Kleiner Tipp: Bei kälteren Tagen  oder wenn die Kartusche fast leer ist, einfach den Kocher in einen Teller mit warmen Wasser stellen um die letzten Gasreste vom Boden hochzuholen.

Zum Toasten hat sich ein faltbarer Campingtoaster als sehr praktisch erwiesen, welchen man einfach bei geringer Hitze direkt auf dem Kocher legen kann. Das Packmaß ist zusammengeklappt erstaunlich gering. Teller, Besteck und Tasse habe ich alles nur einfach mit, um alles in die kleine Tasche zu bekommen.

Den Vorrat kann man entweder in Faltkanistern mitnehmen, oder wie wir im 5 L Wasserkanister aus dem Supermarkt holen. Vorteil gegenüber den 1,5er PET Flaschen ist der geringere Müll und es kullern nicht ständig mehrere Flaschen durchs Boot, welche sich meistens aus der Sixpackverschweißung lösen.

Mein Verpflegungsvorrat für eine Woche  passt i.d.R. in eine 60 Liter Alukiste oder  in eine ähnliche Wasserdichte Box wie es mittlerweile viele verschiedene Modelle auf dem Markt gibt. Sollte man zu einer Alukiste greifen die nicht aus dem Hause Zarges kommt, ist darauf zu achten das die unteren Ecken und Kanten mit Sikka oder ähnlich abgedichtet werden.

Als hervorragende Kühlakkus haben sich gefrorene Milchpackungen erwiesen, welche dank der Aluinnenbeschichtung auch wirklich 3 Tage kalt bleiben. Fleisch und verderbliche Sachen friere ich vor dem Trip, welche ich dann als zusätzliche Kühlakkus verwende.

Bei der Auswahl an Lebensmittel achte ich darauf dass ich verderbliche Sachen für die ersten drei Tage einkaufe, bei sommerlichen Temperaturen für maximal  zwei Tage. Ich kann euch aber beruhigen, es gibt mittlerweile eine gute Auswahl an haltbaren Lebensmitteln um es eine Weile am Wasser auszuhalten, ohne sich gleich wie Carsten eine Woche von fertigen Bratkartoffeln ernähren zu müssen (Anmerkung der Redaktion: Solche Bratkartoffeln schmecken aber geil – LG Carsten).

Als Basis fürs Frühstück könnt Ihr Müsli, oder auch eingeschweißte Toasties nehmen - ist alles lange haltbar, und energiereich. Herzhafte Esser sollten wie gesagt nur die ersten drei Tage Wurstwaren einplanen, so mach ich das und steige danach auf Süßes um.   Ganz lecker  finde ich auch Schüttelpfannkuchen oder Milchreis im Vakuumbeutel, mit frischen Früchten verfeinert eine echte Alternative.

Der Reis im Vakuumbeutel oder Carstens geliebte Bratkartoffeln  bilden die eigentliche Basis der kulinarischen Outdoorküche.  Im Supermarkt gibt es unzählige Saucen mit denen man das ganze kombinieren kann. Dazu rühre ich meistens Truthahnfleisch oder ähnliches aus der Dose unter, Klingt erst mal komisch, schmeckt aber verdammt lecker. Selbst Reis mit Thunfisch und Pesto lässt sich super kombinieren. Fertiggerichte aus der Dose habe ich mittlerweile komplett aus meinem Kochbuch gestrichen um auch eine Woche lang mit einer Rolle Toilettenpapier auszukommen.

Sättigende Snacks für zwischendurch , welche in meiner Vorratskiste nicht fehlen, sind  zum Beispiel Salamisticks, Studentenfutter und Trockenfrüchte . Gurken,  Äpfel  u.s.w.  lassen sich auch lange lagern und man braucht keine Angst zu haben, sie leicht zu zerdrücken.

Um nicht zu viel einzukaufen, solltet Ihr eure Mahlzeiten genau durchzählen. So könnt Ihr mit Plan einkaufen und davon ausgehen, dass Ihr in einer Woche locker mit einer Kiste auskommt ohne gleich zu verhungern.

Euer Marco