Alternativköder im Vergleich

05.01.2014 - von Carsten Zeck -

Wallerangeln wird zurzeit auch in heimischen Gewässern immer populärer. Von allen Seiten häufen sich die Fangmeldungen. Klar bekommt man da als Anfänger oder auch als bekennender Liebhaber von Auslandstrips selbst Lust, in der Heimat los zu ziehen. Im Gegensatz zu Italien, Frankreich oder Spanien gibt es in Deutschland aber ein Problem: Der lebende Köderfisch ist verboten.

Was für manche ein absolutes „No-Go“ beim Wallerangeln ist, empfinde ich als hinnehmbar. Schon vor einigen  Jahren konnte ich in der Heimat und selbst im Ausland positive Erfahrungen mit toten Köderfischen sammeln. Also sollte es für mich doch kein Hindernis sein, mit dem toten Köfi regelmäßig in der Heimat los zu ziehen. Aber  wenn ich ehrlich bin, gibt es da für mich doch das ein oder andere Problem.
Nicht in etwa, weil der lebende Köderfisch in den meisten Situationen effektiver ist und ich am Wasser immer 100% geben möchte. Wir müssen uns einfach im Klaren sein, dass man oft nicht optimal angelt, wenn man absolut legal bleiben will. Das größte Hindernis ist für mich die Beschaffung von Köderfischen. Die Hälterung von Lebendfischen bedarf schon einer gewissen Planung im Vorhinein. Wer meine Youtube Videos kennt (in den  ich oft ehrlich dokumentiere, wie schwierig sich die Planung meiner Angeltrips neben der Geschäftsleitung und meinen Aufgaben in der Zeck Fishing GmbH darstellt), weiß wahrscheinlich wovon ich spreche. Umgeht man die Hälterung durch das Einfrieren von Fischen, hat man oftmals das Problem, dass die Köder am Wasser zu weich sind. Außerdem  habe ich die Erfahrung gemacht, dass frisch getötete Köfis einfach am effektivsten sind. Neben der Beschaffung gibt es beim toten Köderfisch auch noch das Problem der Leichenstarre. In stärker strömenden Gewässern ist durch einen gekrümmten, starren Köfi enormer Drall im Vorfach quasi schon vorprogrammiert. Alles Gründe, die gegen einen Einsatz eines toten Fisches sprechen. Was hat man aber für Alternativen?

Genau diese Frage habe ich mir vor einigen Wochen auch gestellt, als wieder einmal die Lust in mir aufkam, in Deutschland los zu ziehen. Es muss doch auch möglich sein, auf legale Art und Weise in der Heimat Welse zu fangen, ohne einen toten Köderfisch zu verwenden. Zu diesem Zeitpunkt entstand auch die Idee dieses Vergleichfischens. Klar habe ich in den Jahren zuvor schon einiges ausprobiert, aber jetzt wollte ich es konkret wissen.
Mehrere Alternativköder fielen mir auf der Stelle ein, von denen es  letztendlich, stellvertretend für sämtliche „Hippie Baits“, nur vier in die nähere Auswahl geschafft haben: 1. Tauwurm; 2. Blutegel; 3. Tintenfisch; 4. Leber
Der Pellet wäre mit Sicherheit ebenfalls noch interessant gewesen, allerdings wollte ich bei eher klassischen Ködern bleiben und die „Sammeldressur“ von Welsen außen vor lassen.

Um selbst zu erfahren, welcher von diesen mehr oder weniger einfach zu besorgenden Ködern, der fängigste ist und um den Vergleich auch so klar wie möglich zu gestalten, lud ich mir für die folgenden Trips jeweils einen Angelpartner ein. Auf diese Art und Weise konnten wir vier Ruten benutzen und jede Montage mit jeweils einem der genannten Köder garnieren. Cocktails waren verboten.  So sollte am Ende ein möglichst faires Resümee entstehen, obwohl man natürlich sagen muss, dass mein Testergebnis nur bedingt repräsentativ ist und man mit Pauschalisierungen vorsichtig sein sollte. Aber eine gewisse Richtung ist in meinen Augen schon erkennbar. Doch alles nach und nach.

Die Köder

Tauwurm: Der Klassiker schlichtweg unter den Alternativködern. Kaufen kann man ihn zu humanen Preisen im Angeladen. In isolierenden Styroporboxen hält er im Kühlschrank mehrere Wochen. Für eine 12er Box bezahlt man in der Regel zwischen 2,00 und 3,00 €. Größere „Packs“ in denen sich bis zu 500 Stück befinden, kann man oftmals bei seinem Gerätehändler bestellen. Umso größer die Packungen sind, umso günstiger wird auch der einzelne Wurm. Wenn man bedenkt, dass es schon mal gerne 12 Tauwürmer sein dürfen, um einen verführerischen Welsköder zu erhalten, ist das eine feine Sache. Noch günstiger ist es natürlich, wenn man sich die Würmer selbst sucht. Leider fehlt mir heutzutage dazu oftmals die Zeit. Ich kann mich aber noch gut an früher erinnern, als ich nachts auf feuchten Wiesen herumgeschlichen bin. Mit einer abgedunkelten Taschenlampe hielt ich damals nach  den Tauwürmern Ausschau. Man muss schon schnell sein, dass sie nicht wieder im Erdreich verschwinden. Ideal funktioniert es, wenn das Gras nicht allzu hoch ist. Wenn es gut läuft, kann man sich in manchen Nächten schon mal über 100 Würmer zusammen suchen.
Ich biete das Tauwurmbündel gerne an einer Zwei-Hakenmontage an. Damit man mehre Würmer aufspießen kann, eigenen sich Drillinge, die übereinander angeordnet werden. Der Abstand sollte ca. zehn Zentimeter betragen. Auf jeden Hakenschenkel kommen zwei Tauwürmer, die im oberen  festeren Teil, dem Kopfbereich, aufgespießt werden.

Generell sollt man beim Fischen mit Alternativködern etwas leichtere Haken und dünnere, weichere Vorfächer verwenden. Die Köder verhalten sich so später besser im Wasser, als beispielsweise mit der Kombination 3/0er Drilling und 1,2er Mono. In Bezug auf die Anköderung ist es bei allen Alternativködern eigentlich egal, ob abgespannt oder die Steinmontage in Kombination mit der U-Pose eingesetzt wird.

Blutegel: Einen weiteren Köder, den wir bei unserem Vergleich eingesetzt haben, ist der Blutegel. Jetzt wird sich der ein- oder andere vielleicht fragen, wo bekommt man den denn her. Nun ja, das Sammeln ist schwierig. Viel leichter bekommt man ihn in der Apotheke. Zum Glück ohne Rezept. Blutegel werden normalerweise für medizinische Zwecke eingesetzt. Es gibt sie in verschiedenen Größen, wobei die großen eindeutig am besten für uns Wallerangler geeignet sind. Hältern sollte man sie in Gefäßen, die zur Hälfte mit Wasser gefüllt sind. Eine Kühlung ist nicht erforderlich. Ich habe 12 Stück in einem 20 Liter Eimer mit Deckel (und Luftlöchern) mehrere Wochen lang ohne Probleme gehältert. Einmal pro Woche sollte man das Wasser jedoch mindestens wechseln. Zum Transport ans Wasser kann man auch ein kleineres Gefäß wählen.
Nun zum, zugegeben sehr happigen, Preis. Für einen Egel bezahlt man, je nach Bezugsquelle etwa 6,00 bis 9,00 €. In Anbetracht der Tatsache, dass man gleich mehrere zusammen auf dem Haken verwendet, ist das eine stolze Summe, die man für einen Welsköder ausgeben muss. Bevor der Blutegel aber von vielen bereits jetzt schon abgeschrieben wird, muss ich sagen, dass er definitiv einen Vorteil gegenüber des Tauwurmes bietet: Man bekommt keine Fahlattacken von Weißfischen, was beim Angeln in den warmen Monaten beim Wurm oftmals passieren kann.
Das Anködern ist eine Sache, die nicht ganz einfach zu realisieren ist und bei der wir viel ausprobiert haben. Letztendlich hat die Variante mit dem Maggot Clip am besten funktioniert. Diesen befestigt man mit Hilfe eines kleinen Stück Silikonschlauches, wie zum Beispiel unserem Mono Stop, auf dem Hakenschenkel. Ab und an verheddert sich mal ein Egel in einem Clip, allerdings ist dieses Risiko hinnehmbar, wenn man bedenkt, dass die Die Blutegel durch diese Art der Anköderung nicht allzu sehr verletzt werden und man sie immer und immer wieder verwenden kann. Weiterhin bewegen sie sich so sehr gut.

Ich verwende jedes Mal drei Egel pro Drilling. Auf jeden Hakenschenkel kommt einer. Es ist wirklich erstaunlich, welche Bewegungen diese kleinen Tierchen unter Wasser veranstalten. Teilweise entstehen so mit Sicherheit mehr Druckwellen, als bei einem kleinen lebenden Köderfisch. Das verdankt man wohl der Tatsache, dass Egel auch in freier Wildbahn Wasserlebewesen sind und sich öfter mal schwimmend fortbewegen müssen. Umso wärmer das Wasser ist, umso agiler sind diese Blutsauger. 

Tintenfisch: Bei unserem Vergleichsfischen setzten wir Calamaris und Tintenfischtuben ein. Calamaris bekommt man im frischen Zustand oftmals an den Fischtheken in Supermärkten. Die Tintenfischtuben gibt es zumeist als Tiefkühlware. Auch wenn häufig davon berichtet wird, dass Tintenfische stinken müssen, setzten wir sie zu Beginn unserer Sessions frisch ein. Anfangen zu stinken tun sie nach einer gewissen Zeit schon von alleine. Wobei man ganz eindeutig sagen muss, dass die kompletten Tiere deutlich mehr müffeln als die Tuben. Ich musste mir das immer von meinem Angelkollegen bestätigen lassen, da bei mir der Geruchsinn bereits ab Geburt quasi nicht vorhanden ist. Ein kleiner Vorteil also für mich. Allerdings spürt man eine Art Beißen an den Händen, wenn man mit mehrere Tage alten Calamaris angelt und sie anködert. Die Hände stinken danach auch eine Zeit lang nach. Waschen hilft hier nur bedingt. Wer dahingehend empfindlich ist, sollte Einweghandschuhe beim Anfassen verwenden.

Der Preis von Calamaris und Tintenfischtuben ist mit einem Kilopreis von durchschnittlich unter 10,00 € recht günstig im Vergleich zu Würmern und Blutegeln.
Beim Präsentieren verwende ich ebenfalls zwei Haken übereinander. Während bei den kleinen Calmaren jeweils einer pro Haken am oberen Kopfende durchstochen wird, schneide ich die Tintenfischstuben in Streifen. Bei den Calamaris kann man je nach Geschmack entweder Einzelhaken oder Drillinge verwenden. Die Streifen der Tintenfischtuben sind allerdings dazu prädestiniert auf die Schenkel der Drillinge aufgezogen zu werden. So entsteht ein Bündel, das besonders in Flüssen verführerisch in der Strömung wedelt.

Leber: Man kann beim Welsfischen entweder eine Schweine- oder eine Rinderleber verwenden. Beide haben eine ähnliche Konsistenz. Man sollte sie auf jeden Fall auch am Gewässer kühlen, da Leber sehr schnell weich wird, wenn sie verdirbt.
Preislich ist Leber mit etwa 5,00 € pro Kilo der günstigste Alternativköder, der bei unserem Test zum Einsatz kam.
Angeboten haben wir sie ebenfalls in Streifen geschnitten, an zwei Haken.

Die Sessions

Zu Testbeginn ging es am 16.05.2014 an die Lahn. Mein Kumpel Floh hat mich begleitet. Zwei Ruten wurden abends auf die andere Seite gespannt. Weiterhin wurden zwei Steinmontagen ausgelegt. Ich war bei jedem Trip bestrebt, die Ruten möglichst fair zu legen. Sprich: Jeder Köder sollte mal die Möglichkeit bekommen, an der augenscheinlich besten Stelle des jeweiligen Angelplatzes zum Einsatz zu kommen. Die erste Nacht mit den Hippie Baits verlief ruhig. Leider zu ruhig. Um genau zu sein, hatten wir keinen Biss. Die Wassertemperatur betrug zu unserer Verwunderung nur etwa 12,5 Grad, was zu dieser Jahreszeit sehr wenig war. Kurzerhand entschlossen wir uns nachmittags den Fluss zu wechseln. Immerhin sollte in den wenigen Nächsten, die mir bis zum Abgabetermin des Videos und dieses Berichtes zur Verfügung standen, doch ein wenig was gehen. Und ich hasse es einfach mit einem schlechten Gefühl am Wasser zu hocken. Dafür habe ich einen Tick zu viel „Zucker im Allerwertesten“.
Wir entschlossen uns, die darauffolgende Nacht an der Mosel nahe der luxemburgischen Grenze zu verbringen. Es ging an die Haus- und Hofstelle von Flo. Hier, meinte er, sollten wir auf jeden Fall etwas fangen. Ohne Fisch hat er an dieser Stelle bisher nur eine Nacht verbracht. Ansonsten waren es aber eher kleinere Burschen, die auf seine Köder herein fielen. Innerhalb von zwei Jahren hat er es noch nicht geschafft, einen Fisch über 160 Zentimeter Länge zu fangen. Naja, Hauptsache wir erhielten überhaupt einmal Aktionen.

Ich verteilte vier Steinmontagen auf einer Strecke von ungefähr 300 Metern im Flussbett und einer Rinne in Ufernähe. Da wir zuvor noch ein paar Szenen abgedreht hatten, war es schon fast dunkel, als ich mit dem Legen der Montagen fertig wurde. Jetzt hieß es Warten. Lange dauerte es nicht, bis sich die erste Glocke meldete. Waren das etwa die beiden übereinander präsentierten Calamaris? Ein Köder, auf den ich im Vorfeld nicht gesetzt hätte.
In den darauffolgenden Trips entschied ich mich übrigens, elektronische Bissanzeiger, wie zum Beispiel den Cat Sounder, zu verwenden. Die Nachleuchtfunktion hat den Vorteil, dass man auch einige Sekunden nach der Aktion noch verfolgenden kann, an welcher Rute es gerade gebissen hat. Besonders wichtig ist das beispielsweise bei Würmern oder der Leber. Beide Köder halten Attacken nicht unbedingt gut stand und nach einem Biss sollte man sofort die Montage einholen, kontrollieren und gegebenenfalls neu anködern.
Wenig später läutete es erneut. Dieses Mal aber länger. Zeit zum Anschlagen. Wir entschieden, dass Flo an seiner Stelle zuerst an die Rute geht und ich filme. Es begann ein wirklich guter Fight, bei dem wir beide schon früh ahnten, dass auf der anderen Seite wahrscheinlich gerade Flo’s Strecken-PB tobt. Es hat wieder einmal auf die Calamaris-Rute gebissen. Als der Wels sich das erste Mal an der Oberfläche zeigte, waren wir wirklich erstaunt. Ein richtig guter Fisch für den Fluss, dem aber leider ein sehr großes Teil seines hinteren Endes fehlte. Auch dieser Waller blieb mit seinen 153 Zentimetern unter der 160 Zentimeter Marke. Dafür wog er aber gut und gerne 45 Kilogramm (geschätzt). Ein richtiger Brocken, der bei voller Länger wahrscheinlich an der 2m-Marke gekratzt hätte.
Der Rest der Nacht brachte noch zwei kurze „Bimmler“, die aber nicht eindeutig zuzuordnen waren. Auch hier wären elektronische Bissanzeiger eine große Hilfe gewesen. Am anderen Morgen, als wir die Montagen einholten, sahen wir nämlich, dass es wohl die Würmer waren, die die Bisse brachten. Von ursprünglich zwölf Stück, baumelte nur noch einer am unteren Haken. Was soll’s. Ich habe daraus gelernt und beim nächsten Trip waren die Cat Sounder mit am Start.
Die nächste Tour stand am Rhein an. Aufgrund eines Motordefektes am Boot von meinem Mitangler Marco wurden aus den ursprünglich geplanten vier Nächten am Ende nur zwei. Präsentiert wurden die Hippie Baits ebenfalls mittels Steinmontagen und U-Posen. Am ersten Abend gab es relativ kurz nach dem Auslegen einen sehr energischen Biss auf Calamaris in einem Loch hinter dem Buhnenkopf. Leider war es nur ein Fehlbiss. Dafür blieb am nächsten Morgen aber ein, wenn auch sehr kleines Exemplar eines Wallis, an der Wurmmontage hängen. Nach dem Platzwechsel war Marco nun beim nächsten Fisch an der Reihe. Dieser kam ebenfalls morgens, nach einer sehr ruhig verlaufenden Nacht. Köder waren Streifen von Tintenfischtuben, die sehr reizvoll in der starken Rheinströmung flatterten. Wir lenkten die Montage am Buhnenkopf mit Hilfe eines langen Edelstahlbanksticks um. Auf diese Art und Weise verlief die Schnur in Strömungsrichtung und wir mussten nicht auf der schmalen Steinbuhne sitzen. Leider jedoch kam die Hauptschnur wohl nach dem Biss um dem Reißen der beiden Reißleinen am Stein und dem Bankstick wohl doch zu heftig in Berührung mit der Packlage. Nach einer ordentlichen Flucht des Welses, erschlaffte der Widerstand schlagartig. Die Schnur wurde durchgescheuert. So ein Mist – das war wohl ein besserer Rheinfisch.
Nach diesen Trips hätte ich gerne noch ein paar Nächte in deutschen Gewässern geangelt. Allerdings standen noch ein paar andere wichtige Projekte am Wasser und auch im „Zeck Office“ auf dem Plan.

Die letzte Chance sollten die Alternativköder also am 28.06. in Südfrankreich bekommen. Zusammen mit André, unserem Grafiker und PC Spezialisten, war ich vier Tage lang an einem komplett neuen Gewässer unterwegs. Wir hatten durch steigendes, trübes Wasser enorme Probleme an Köderfische ran zu kommen. Also mussten wir mit den wenigen mitgebrachten Köfis Vorlieb nehmen. Die zwei größten, etwa 25 - 30 Zentimeter lange Karpfen, fielen sofort und brachten auch einen Waller von 211 Zentimeter zum Vorschein. Die kleineren Karauschen und Rotaugen wurden weitestgehend ignoriert. Erst als wir diese als „Doppeldecker“ übereinander fischten, kamen wir zum Erfolg und konnten unter anderem noch drei weitere Großfische überlisten. Es kam allerdings, wie es kommen musste. Am letzten Tag hatten wir keine Köderfische mehr. Ich fand diese Begebenheit gar nicht mal so schlimm. Nun war ich ja quasi auf die mitgebrachten Alternativköder angewiesen. Leider zeigte sich jetzt jedoch auch, dass die Haltbarkeit der Hippie Baits teilweise auch nicht so dolle ist, wenn man mehrere Tage im Sommer draußen verbringt. Die Würmer in meiner 250er Styropor Box und auch die Leber in der Kühlbox waren nicht mehr zu gebrauchen. Die Egel, sowie die Tintenfische blieben aber zum Glück unbeschadet. Drei Mal dürft ihr raten, wie viele Bisse wir an diesem letzten Tag des Trips bekamen. Keinen einzigen! Verwundert war ich darüber nicht besonders; brachten auch schon die kleinen Köderfische keinen Biss.

Resümee 

Ich bin definitiv erstaunt, dass man mit Alternativködern in der Heimat so regelmäßig Bisse bekommt und auch fängt. Die Testtage waren wirklich nicht ideal. Zum Teil haben da auch die Wassertemperaturen von knapp 20 Grad an Rhein und Mosel eine Rolle gespielt. Einige Welse befanden sich wohl bereits im Laichgeschäft. Andere Angler, die (drücken wir es mal vorsichtig aus) nicht so alternativ wie ich unterwegs waren, konnten an denselben Gewässern ebenfalls nur wenige Aktionen zu dieser Zeit verzeichnen.  In Anbetracht dessen, erhielten wir echt noch viele Bisse.
Meine persönliche Wertung sieht wie folgt aus:

1. Platz – Tintenfisch
Einfach zu besorgen und einfach aufzubewahren, brachte er die meisten Bisse.

2. Platz – Wurm
Der Klassiker, der fast immer Bisse bringt, leider aber auch gerne mal vom Haken gelutscht wird.

3.Platz – Blutegel
Ein unverschämt teurer und schwierig zu beschaffender Köder, der sich unter Wasser zwar genial bewegt, leider aber keinen Biss brachte.

4. Platz – Leber
Die Tatsache, dass auf diesen uninteressant wirkenden Köder, der ebenfalls auch noch leicht vom Haken fällt, kein Biss kam, stärkt nicht gerade mein Vertrauen in die Leber. Mit diesem Alternativköder werde ich mich wohl nie so recht anfreunden.

Ich werde weiterhin  mit Hippie Baits herum experimentieren und gerade Würmern und Tintenfischen traue ich zu, dass sie mir auch in diesem Jahr noch dein ein- oder anderen schönen Fisch bescheren werden. Gerade in Bezug auf die Fischerei in Deutschland hat mir dieser Test sehr geholfen. Ich weiß jetzt auf jeden Fall, dass ich zukünftig an Rhein und Co. keine Angst haben muss, wenn die Wasserschutzpolizei vorbei fährt. Denen zeige ich gerne, was ich als Hakenköder verwende.
Allerdings muss ich auch ganz ehrlich sagen, dass ich im Ausland, wo erlaubt, immer einen lebenden Köderfisch bevorzugen werde. Gerade in Situation, wie weiter oben beschreiben, wo Welse durch Köderbewegungen gereizt werden wollen, hat man mit Alternativködern eher schlechte Karten.

Ich hoffe, euch hat der Vergleich gefallen und auch dazu ermutigt, den alternativen Weg ein bisschen auszuprobieren. In Deutschland gibt es genügend interessante Gewässer, die mit Wurm, Tintenfisch und Co. legal und einfach befischt werden können. Dabei wünsche ich euch viel Erfolg!

Euer Carsten