Lovegames

08.07.2013 - von Carsten Zeck -

Wie habe ich mich nur auf diese Tour gefreut. Zusammen mit Jan ging es endlich mal wieder für eine komplette Woche nach draußen. Die letzte Tour, die länger als zwei Tage andauerte, war mittlerweile schon drei Monate her. Auch Jan war nach einem Umzug und dem damit verbundenen Stress froh, endlich wieder ans Wasser zu kommen. Darüber hinaus war es seine erste Frankreichtour.
Der Fluss, den wir besuchten, zeigte sich leider nicht gerade von seiner angenehmsten Seite. Bereits seit Wochen war Hochwasser angesagt. Die Fischerei in diesem großen Strom stellt sich dadurch nicht gerade als einfach heraus. Zu allem Überfluss waren die Welse auch mit dem Laichgeschäft noch nicht ganz fertig. Verantwortlich an der Misere war das „Katastrophenfrühjahr 2013“. Doch sollte uns das von einer geilen Woche abhalten? Nein, auf keinen Fall!
Wir genossen die Zeit wirklich sehr. Zwei Tage lang, besuchte uns Tony. Er lebt dort unten und ist ein wahrer Experte was die aktive Welsfischerei betrifft. Letztes Jahr stellte er das eindrucksvoll mit einem Exemplar von 252 Zentimeter unter Beweis. So groß wurden unserer Fänge in dieser Woche leider nicht. Jedoch standen am Ende 23 Welse auf unserer Habenseite. Zwei von diesen "Jungs" sprengten die 2m-Marke. Weitere zwei Granaten verloren wir während des Drills. Jan schlitzte eine wahre “Maschine“ aus, nachdem sie bereits das Oberflächenwasser schaumig geschlagen hatte. Wir konnten nur erahnen, welche Ausmaße das Tier gehabt haben muss. Der zweite Fischverlust, den ich erlitt, war noch viel schlimmer. Nach einem verhaltenen Biss, hatte ich einige Sekunden danach das Gefühl, einen D-Zug gehakt zu haben. Noch bevor wir das Boot startklar machen konnten, verlor ich den Giganten durch Schnurbruch. Ich war sowas von deprimiert. Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr widerfuhr mir diese „Kacke“. Sorry, aber ich muss es einfach so deutlich ausdrücken. Das Schlimmste daran ist, dass es beide Male nicht meine Testschnüre waren, sondern Schnüre, die sich auf den Rollen von meinen jeweiligen Tourpartnern befanden. Auch wenn es sich jetzt vielleicht etwas „großkotzig“ anhört, aber ich bin echt froh, wenn das Tackle von Zeck Fishing die Läden erreicht und sich kein ernsthafter Welsangler mehr Gedanken über etwaige Alternativen machen muss.
Viele unsere Fänge waren verbissen. Außerdem waren etwa dreiviertel der gefangenen Welse nicht einmal 140 Zentimeter lang. Alles Indize, dass die Liebesspiele wohl noch liefen. Das Problem mit dem Wasserstand bekamen wir übrigens in den Griff. An vier von fünf Tagen befischten wir Seitenarme und ließen uns nicht nur von den Wallern beeindrucken, denen wir dort auf die Schliche gekommen sind, sondern auch von der einmaligen Natur dieser traumhaften Abzweigungen. Wir legten etliche Flusskilometer mit unseren Schlauchbooten zurück und erlebten ein richtiges, kleines Abenteuer. Genau auf solche Trips stehe ich. Als freiheitsliebender Angler gibt es einfach nichts Schöneres als einen riesigen, naturbelassenen Fluss mit stark wechselndem Charakter. Unser Freund Tony musste ganze 85 Kilometer zurücklegen, als er uns am Ende der Woche, unseren Wagen wieder brachte. Auch Jan war von seinem ersten Frankreichtrip regelrecht „geflasht“. Der Abschied tat etwas weh, doch meinem französischen Freund Tony versprach ich, ihn und sein Hausgewässer bald wieder zu besuchen.

Und nun, viel Freude mit den Fotos…

Euer Carsten